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Vorausgefüllte Steuererklärung

Seit geraumer Zeit übertragen Arbeitgeber, Versicherungen, Banken, Rentenkasse u.a. den Finanzbehörden auf elektronischem Wege Daten, die das Finanzamt im Rahmen der Veranlagung nutzt. Darunter fallen z.B. die Lohnsteuerbescheinigung des Arbeitgebers, gezahlte und erstattete Versicherungsbeiträge oder auch Rentenzahlungen.

Für Veranlagungszeiträume ab 2012 bietet das Finanzamt dem Steuerpflichtigen die Möglichkeit, die zu seiner Person gespeicherten Daten einzusehen und für die Erstellung der Einkommensteuererklärung zu nutzen. Über ElsterOnline und diverse Softwareanbieter können die Daten sogar direkt in die entsprechenden Formulare eingetragen werden, weshalb in diesem Zusammenhang oft von der vorausgefüllten Steuererklärung gesprochen wird. Also einfach Daten abrufen, ein paar Ergänzungen vornehmen und schon ist die Einkommensteuererklärung erledigt? Ganz so leicht ist es dann doch nicht.

Zunächst sind technische Voraussetzungen für den Datenabruf zu erfüllen in Form des passenden Elster-Zertifikats. Die Registrierungsschritte und die Unterschiede in den Zertifikaten erschließen sich dem Steuerpflichtigen nicht immer auf Anhieb.

Beim Datenabruf ist außerdem zu beachten, dass die gespeicherten Informationen unverbindlich sind, d.h. das Finanzamt übernimmt keinerlei Gewähr, weder für die Richtigkeit noch für die Vollständigkeit. Der Steuerpflichtige ist auch weiterhin für alle Angaben in der Steuererklärung selbst verantwortlich und muss die erforderlichen Nachweise erbringen. Papierbelege und elektronischen Daten sollten unbedingt verglichen und Abweichungen geklärt werden.

Der Umfang der gespeicherten Daten ist bislang noch gering, soll aber in den nächsten Jahren ausgebaut werden. Sollen bei den einzelnen Einkunftsarten Ausgaben geltend gemacht werden, ist weiterhin das herkömmliche Sammeln und Aufrechnen von Belegen unerlässlich, ebenso bei vielen Sonderausgaben und außergewöhnlichen Belastungen, Handwerkerleistungen, haushaltsnahen Dienstleistungen etc.

Eine Zeitersparnis, wie sie die Finanzverwaltung suggeriert, ist erfahrungsgemäß nur selten zu erreichen. Gleichwohl nutzen wir im Rahmen der Erstellung von Einkommensteuererklärungen den Belegabruf, um die gespeicherten Daten mit Ihren Unterlagen abzugleichen. Wir nutzen hierfür unser Elster-Zertifikat für Steuerberater und eine gesicherte Verbindung über das Rechenzentrum der Datev eG. Für den regelmäßigen Abruf benötigen wir lediglich Ihre einmalige Zustimmung, die jederzeit widerrufen werden kann. Eine eigene Registrierung bei ElsterOnline entfällt damit für Sie.

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